05. Januar 2015 · Pressemitteilung

Meersalat Ulva kommt nur mit den richtigen Bakterien in Form

Die Gattung Ulva wächst bandförmig (links) oder wie ein Salatblatt (Mitte), wie diese an der Portugiesischen Küste gesammelten Exemplare. Im Labor kann die Interaktion zwischen jungen Algen und Bakterien unter standardisierten Bedingungen untersucht werden (rechts). Fotos und © Thomas Wichard, Universität Jena

Algenforscher wählten den in allen Weltmeeren vorkommenden Meersalat Ulva zur Alge des Jahres 2015. Er wächst bandförmig oder wie ein Salatblatt, aber nur wenn Bakterien die Differenzierungs- und Entwicklungsprogramme der Grünalge anwerfen. Weil Ulva ohne die Bakterien kaum wachsen kann, locken die etwa 20 bis 30 Zentimeter langen Algen die richtigen Mikroorganismen in ihre Nähe. Wie Makroalgen und Bakterien, zwei Lebewesen aus völlig verschiedenen Organismengruppen, Informationen miteinander austauschen, fasziniert Chemiker, Biologen und Algenforscher, die derzeit die Art Ulva mutabilis als zukünftigen Modellorganismus etablieren möchten.

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Pressemitteilung

Weitere Fotos der Alge Ulva mutabilis

Bakterienfreie Ulva mutabilis-Kulturen bilden undifferenzierte Zellhaufen (jeweils links). Nach Zugabe der richtigen Bakterien bildet sich die gewöhnliche Form der Alge aus (jeweils rechts). Das Bild unten rechts zeigt junge, sich normal entwickelnde Keimlinge, die später zu den namensgebenden „Salatblättern“ werden. Fotos und © Taghreed Alsufyani, Anne Weiss und Thomas Wichard, Universität Jena.

Fotos zur Pressemitteilung Alge des Jahres 2015: Meersalat Ulva kommt nur mit den richtigen Bakterien in Form

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Literatur und Links

Europäisches Netzwerk Phycomorph

Løvlie A (1964): Genetic control of division rate and morphogenesis in Ulva mutabilis Føyn. CR Trav. Lab. Carlsb. Comptes. 34, 77-168.

Smetacek V and Zingone A (2013): Green and golden seaweed tides on the rise. Nature 504, 84-88.

Spoerner M, Wichard T, Bachhuber T, Stratmann J, and Oertel W (2012): Growth and thallus morphogenesis of Ulva mutabilis (Chlorophyta) depends on a combination of two bacterial species excreting regulatory factors. J. Phycol. 48, 1433-1447 doi: http://dx.doi.org/10.1111/j.1529-8817.2012.01231.x

Ansprechpartner dieser Pressemitteilung

Dr. Thomas Wichard

Leiter der Arbeitsgruppe „Chemische Ökologie von Ulva“
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Telefon: 03641 948184

E-Mail: Thomas.Wichard[at]uni-jena.de

Informationen über die Sektion Phykologie

Die Mitglieder der Sektion Phykologie (www.dbg-phykologie.de) untersuchen Algen wissenschaftlich und bearbeiten ökologische, physiologische, taxonomische und molekularbiologische Fragestellungen an Mikro- und Makroalgen. Die Sektion fördert die Algenforschung und unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie ist eine der fünf Fachsektionen der Deutschen Botanischen Gesellschaft e. V. (DBG: www.deutsche-botanische-gesellschaft.de).